Alleine reisen: Spannend, wichtig oder einsam?

Alleine reisen

In den letzten zwei Wochen war es recht still hier in meinem Blog. Nach der ganzen Reiserei Anfang des Jahres hat mich der Alltag gepackt und plötzlich standen Wohnungsputz, Familienbesuche und langweilige Erledigungen auf dem Plan. Dann kam die Blogparade von fotoreisen-abenteuer.de. Thema: Alleine reisen. Kaum hatte ich den Beitrag gelesen, formten sich in meinem Kopf schon erste Sätze für einen eigenen Blogpost. Diese Sätze sind natürlich inzwischen längst wieder vergessen, aber gucken wir mal, ob mir noch ein paar neue einfallen.

Unfreiwilliger Selbsttest: Alleine durch Neuseeland

Nach dem Abi wollte ich unbedingt reisen. Ganz egal wohin. Eine Freundin wollte damals nach Neuseeland. Da dachte ich mir „Ach, da ist es sicher hübsch“ und bin mit ihr mit. Leider hat es mit uns beiden nicht so gut geklappt, sodass ich mich nach einigen Wochen entscheiden musste: Lieber zurück nach Hause oder alleine weiter?

Ich wäre niemals alleine aus Deutschland losgereist. Ich war damals weder besonders selbstbewusst noch sehr reiseerfahren. Ich wäre niemals auf solch eine wahnsinnige Idee gekommen. Aber in Neuseeland war es dann plötzlich so schön, dass ich nicht wieder gehen wollte. Also hab ich mich ins Auto gesetzt und bin weiter. Und siehe da, es war kein Problem. Ich habe wundervolle Orte besucht und ungewöhnliche Menschen kennengelernt. Und ich habe gelernt, dass ich mich im Notfall auf mich verlassen kann. Alleine weiter zu reisen war auf jeden Fall die richtige Entscheidung!

Im Notfall kann ich mich auf mich selbst verlassen.

Irgendwann hab ich mich trotzdem einsam gefühlt. Es gab immer jemanden, mit dem ich quatschen oder etwas unternehmen konnte, aber niemanden, dem ich nicht erst eine kurze Einführung zu meiner Person geben musste. Die meisten Bekanntschaften waren ans Hostel oder einen gemeinsamen Arbeitsplatz gebunden. Im nächsten Ort ging dann wieder alles von vorne los. Das war für mich einige Wochen sehr spannend, irgendwann aber auch ermüdend.

Alleine reisen

Eines Tages habe ich dann eine Alleinreisende kennengelernt, der es ähnlich ging wie mir, und plötzlich wiederholten sich die Gespräche nicht. Nach ein paar Tagen verließen wir das Hostel zusammen und gingen gemeinsam auf Abenteuersuche. Diese letzten Wochen in Neuseeland sind mir bis heute am besten in Erinnerung geblieben. Rückblickend besteht die ganze Reise in erster Linie aus den gemeinsamen Erinnerungen der letzten Wochen, in denen ich mit meiner Reisebekanntschaft, die inzwischen eine gute Freundin ist, immer noch hin und wieder schwelge. Auch an die Monate davor denke ich oft, doch diese Erinnerungen sind weniger lebendig und weniger wichtig für mich. Denn die schönste Zeit hatte ich mit einer tollen Reisebegleitung.

Rückblickend besteht die Reise in erster Linie aus gemeinsamen Erinnerungen.

Gemeinsam reisen

Fazit: Bloß nicht mehr alleine reisen?

Ich war seit meiner Zeit in Neuseeland nicht mehr alleine unterwegs. Ich hab damals herausgefunden, dass mir das weniger Spaß macht und nehme seitdem immer Frau, Freunde oder Schwester mit. Das heißt aber nicht, dass ich es eine doofe Idee finde, alleine zu reisen. Ganz im Gegenteil, für mich war es sehr lehrreich und ich bin überzeugt, dass mich diese Zeit sehr geprägt hat. Außerdem habe ich dadurch sehr viel übers Reisen gelernt. Ums mal mit ein bisschen Pathos zu sagen: Wäre ich nie alleine gereist, wäre ich heute nicht die Reisende, die ich bin.

Auch wenn ich Reisen am liebsten mit der richtigen Begleitung verbringe, werde ich vielleicht eines Tages noch einmal einen Kurztrip nur für mich buchen. Irgendwo eine Stadt alleine entdecken und mal gucken, ob ichs noch kann. Vielleicht lerne ich dann ja noch weitere Dinge über mich und die Reiserei. Wenns soweit ist, werde ich auf jeden Fall berichten.

Pro und Pro: Eine kleine Liste

Ihr wollt auch gerne mal alleine verreisen? Oder euch bleibt nichts anderes übrig, weil mal
wieder keiner Zeit hat? Ob ihr am Ende Spaß an einer Reise ohne feste Begleitung habt,
dadurch jede Menge lernt oder irgendwann bloß noch nach Hause wollt, müsst ihr natürlich selbst
herausfinden. Aber ein paar Überlegungen im Vorfeld schaden ja nie.

Pro: darum solltet ihr alleine reisen

  • Flexibilität: Ihr verreist wann und wohin ihr wollt.
  • Keine Kompromisse: Ihr macht unterwegs genau das, was ihr wollt und müsst euch mit niemandem absprechen.
  • Neue Bekanntschaften: Egal wie offen man ist, alleine lernt man meist schneller neue Leute kennen.
  • Überraschende Erkenntnisse: Ihr müsst plötzlich alles selbst regeln und alle Entscheidungen
    treffen, daran könnt ihr nur wachsen.
  • Mehr Selbstvertrauen: Und ihr merkt, dass ihr vieles regeln und jede Menge Entscheidungen treffen könnt. Das fühlt sich gut an.

Pro: darum ist es mit Begleitung schöner

  • Teilen macht Freude: Von der Reisevorbereitung bis zum spektakulären Sonnenuntergang – aufregende Momente mit einem lieben Menschen zu teilen machts gleich nochmal etwas schöner.
  • Smalltalk nervt: Neue Bekanntschaften schön und gut, irgendwann will man aber nicht mehr in jedem zweiten Gespräch erzählen, wo man herkommt.
  • Kleiner Geldbeutel: Zu zweit zu reisen ist in der Regel günstiger. Zimmer, Essen, Auto –
    alles könnt ihr teilen.

Nicht mal in einer Liste kann ich mich kurzfassen, es ist ein Ärgernis! Ich hoffe, ihr habt dennoch ein paar Denkanstöße bekommen. Am Ende ist es natürlich auch Typsache. Manche können super alleine durch die Welt gondeln und haben dabei viel Spaß, andere starten lieber mit Freunden oder Partnern ins nächste Abenteuer. Einzige Möglichkeit herauszufinden, was auf euch zutrifft: Einfach mal ausprobieren!

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Alex

Alex

Hallo, ich bin Alex! Online-Redakteurin und Reisebloggerin, frische Mama und glückliche Ehefrau, Wahl-Kölnerin mit bayrischen Wurzeln, von Dauer-Fernweh geplagt und doch immer wieder gern zu Hause. Ich erkunde die Welt am liebsten mit meiner Frau und unserem kleinen Sohn. Herzlich willkommen auf meinem Reiseblog!

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