Städtetrip: Fünf gute Gründe für einen Ausflug nach Luxemburg

Luxemburg Ausblick

Warum ich gerne nach Luxemburg fahre, hab ich euch ja schon in einem früheren Blogbeitrag verraten. Im heutigen werde ich euch erzählen, warum ihr diese Stadt ebenfalls besuchen solltet. Ich war bisher zweimal in Luxemburg, um eine Freundin zu besuchen. Doch auch ohne diesen Anreisegrund verdient es Luxemburg, als Reiseziel in Erwägung gezogen zu werden.

Meine Luxemburg-Freundin behauptet immer, Luxemburg sei eine Stadt, die man bei gutem Wetter erleben muss. Bei meinen Besuchen war das Wetter bisher nie ganz optimal (bitterkalter Januar mit ein wenig Sonne und grauer April ganz ohne Sonne), trotzdem bin ich jetzt schon begeistert. Sollte ich mal einen lauen Sommertag in Luxemburg verbringen, gibts definitiv noch ein Update.

1) Blicke in den (Ab)Grund

Laut diverser Reiseführer befindet sich in Luxemburg Europas schönster Balkon. Die Corniche – so heißt dieser Balkon – ist ein Aussichtspunkt auf den Überbleibseln von Luxemburgs Wällen, von dem aus man in die Unterstadt Grund blicken kann. Tatsächlich ein sehr schöner Aussichtspunkt, ist die Corniche allerdings nicht der einzige Fleck, der bemerkenswerte Blicke in den Grund gewährt. Dafür aber auf jeden Fall der Überfüllteste. Selbst bei zweifelhaftem Wetter schwirren hier die Touristen umher. Entlang der Wälle gibt es einige schöne Blicke auf Luxemburgs Unterstadt, also einfach ein bisschen spazieren und die Aussicht genießen.

Luxemburg Grund

Blick in den Grund – nicht vom Balkon.

2) Trilingualität und Sprachverwirrungen

In Luxemburg spricht man offiziell Französisch, Deutsch und Luxemburgisch. Es ist nicht nur so, dass all diese Sprachen Amtssprachen sind, sondern ganze viele Luxemburger beherrschen sie tatsächlich auch alle. Zumindest so ein bisschen. Man kommt hier also auch mit Deutsch ganz gut zurecht. Ich fühlte mich jedes Mal etwas verunsichert, wenn ich Essen bestellte oder Brötchen kaufen wollte. Schließlich bin ich im Ausland und von Fremdsprachen umgeben. Da bin ich sofort versucht, Englisch zu sprechen (aus Ermangelung anderer Fremdsprachenkentnisse). Deutsch zu benutzen scheint mir im Ausland immer recht unhöflich. In Luxemburg ist Deutsch aber viel lokaler als Englisch. So habe ich dann doch auf Deutsch bestellt. Und wenn das mal nicht gut ankommt, kann man ja immer noch deuten.

Tipp: Unbedingt einmal das Radio einschalten und Luxemburgisch wirklich anhören. Eine sehr witzige und liebenswerte Sprache, bei der ich als Deutsche sofort dachte: „Ah, klingt ein bisschen wie Englisch. Ach ne, klingt eher wie Niederländisch. Hm, oder vielleicht wie Deutsch?“

3) Size Matters: die richtige Größe

Nicht jede Stadt eignet sich für einen kurzen Städtetrip. In manchen gibt es einfach viel zu viel zu sehen und man hat nach drei Tagen das Gefühl, noch überhaupt nichts mitgenommen zu haben. In anderen weiß man nicht, was man noch angucken soll, nachdem man einmal durchs Zentrum geschlendert ist. Luxemburg liegt perfekt dazwischen. Hier gibt für zwei oder drei Tage genug zu entdecken: ein paar alte Gebäude, einige schöne Parks, etwas Kultur, ein Schloss und den Europäischen Gerichtshof. Zwischendurch bleibt noch genug Zeit für ein leckeres Essen oder ein paar Cocktails. Nach einem Wochenende hat man auf jeden Fall einen guten Eindruck von Luxemburg bekommen, ohne sich gelangweilt zu haben – so muss ein Kurztrip sein!

Luxemburg beschaulich

Beschauliches Luxemburg.

4) Ein bisschen was von Allem: Altstadt vs. EUGH

Luxemburg ist klein. Das heißt aber nicht, dass hier nicht alles Platz hat, was so eine Stadt braucht. In dieser Stadt findet ihr sowohl wunderbare Altstadthäuser als auch sowas wie moderne „Hochhäuser“. Für eine bessere Differenzierung hat Luxemburg die beiden Gegenpole aber durch eine Schlucht getrennt. Vom beschaulichen Stadtkern aus kann man den Blick für ein bisschen Großstadtfeeling zum in der Ferne liegenden Europäischen Gerichtshof (EUGH) schweifen lassen. Dieser und seine umliegenden Bauten sind nicht wirklich hoch, stechen in Luxemburg aber nicht nur wegen ihrer Lage (auf einem Hügel, von allen Seiten gut sichtbar) deutlich hervor. Übrigens: Aus der Ferne oder aus der Nähe, der EUGH ist wirklich nicht schön. Da ist die Altstadt schon empfehlenswerter!

Luxemburg EUGH

Wolkenkratzer. Bei sehr tiefen Wolken.

5) Zweimal leckeres Essen

Zweimal dieselbe Stadt besucht, zweimal auswärts gegessen, zweimal wars lecker. Das alleine ist schon ein Grund, nach Luxemburg zu fahren! Beim ersten Mal war ich im Paul. Paul ist eigentlich ein Bäckerei-Kette. In Luxemburg gehört aber auch ein gemütliches kleines Café dazu, in dem man sehr gut eine kleine Mahlzeit zwischendurch einnehmen kann. Die Preise sind zudem überraschend günstig, besonders für Luxemburg. Das Paul hat keine eigene Webseite, aber bei Tripadvisor gibts weitere Infos und natürlich jede Menge Bewertungen.

Beim zweiten Besuch durfte es etwas gehobener sein und wir haben uns auf Empfehlung für das JS Sushi & Grill entschieden. Einen vielversprechenderen Restaurantnamen habe ich selten gehört! Sushi und gegrilltes Fleisch? Was will man mehr! Spannend auch das Konzept des Restaurants. Für 25 Euro gabs „All you can eat“, das funktioniert hier allerdings so: Aus einer Karte verschiedenster asiatischer Gerichte darf jeder pro Runde fünf auswählen (eine Portion besteht zum Beispiel aus zwei Nigri oder drei Dumplings). Insgesamt gibts fünf Runde. Also 25 Tellerchen für jeden. Das ist dann kein „All you can eat“? Dachte ich auch erst, von uns (wir waren zu fünft) hat allerdings nur einer mit Ach und Krach wirklich alle Tellerchen geschafft. Und wir sind alle gute Esser. Das wilde Ankreuzen diverser Gerichte jede Runde und die hektischen Notizen auf den Servietten, damit man auch nicht vergisst, was man bestellt hat, waren zwar etwas anstrengend aber auch sehr unterhaltsam. Auf jeden Fall ein besonderes Restaurant-Erlebnis.

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Alex

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Hallo, ich bin Alex! Online-Redakteurin und Reisebloggerin, frische Mama und glückliche Ehefrau, Wahl-Kölnerin mit bayrischen Wurzeln, von Dauer-Fernweh geplagt und doch immer wieder gern zu Hause. Ich erkunde die Welt am liebsten mit meiner Frau und unserem kleinen Sohn. Herzlich willkommen auf meinem Reiseblog!

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